In einem stillen Wald am Fuße des Berges Kyusho, in Tottori City, Präfektur Tottori, liegt ein alter jinja, der einst als „Oogaya jinja“ (jetzt Tottori Toshogu) bekannt war. Obwohl es einer der Toshogu-Schreine ist, die Tokugawa Ieyasu gewidmet sind, ist dieser Ort ein Geheimtipp und ein spiritueller Kraftort, umhüllt von dem tiefen Grün und der mystischen Atmosphäre, die für die San’in-Region typisch sind.
Grundlegende Informationen
Name: Tottori Toshogu (ehemals Oogaya jinja)
Ort: 87 Uwamachi, Tottori City, Präfektur Tottori (im Oogaya Park)
Verehrte kami: Tokugawa Ieyasu (Tosho Daigongen), Ikeda Mitsunaka (erster Daimyo des Tottori-Lehens) und andere.
Kulturgüter: Der Honden, Karamon, Haiden und Heiden sind als wichtige nationale Kulturgüter ausgewiesen.
Geschichte und Ursprung: Der „Inaba Toshogu“, erbaut von Ieyasus Urenkel
Dieser jinja wurde im dritten Jahr der Keian-Ära (1650) von Ikeda Mitsunaka, dem ersten Daimyo des Tottori-Lehens, gegründet. Mitsunaka, ein Urenkel Tokugawa Ieyasus, lud einen Zweiggeist (bunrei) vom Nikko Toshogu ein, um seinen eigenen Status zu festigen und seinen großen Vorfahren Ieyasu zu verehren.
Während der Meiji-Zeit wurde er in „Oogaya jinja“ umbenannt, aber im Jahr 2011 erhielt er seinen ursprünglichen Namen „Toshogu“ zurück, was zu seinem heutigen Namen führte. Lokal ist er bis heute liebevoll als „Oogaya-san“ bekannt.
Legenden und Mysterien: Hidari Jingoros „Falke“ und ein verschwundenes Meisterwerk
Im Oogaya jinja sind faszinierende Episoden überliefert, die Geschichts- und Kunstliebhaber gleichermaßen begeistern.
1. Die „Falken“-Schnitzerei von Hidari Jingoro
Über den Türen des Honden befindet sich eine „Falken“-Schnitzerei, die dem legendären Zimmermann Hidari Jingoro zugeschrieben wird. Jingoro ist berühmt für die „Schlafende Katze“ im Nikko Toshogu, aber auch über diesen Falken im Oogaya jinja besagt eine Legende, dass er „so kunstvoll ist, dass seine Seele Nacht für Nacht lebendig wird und sich bewegt“. Seine scharfen Augen scheinen bis heute die Besucher zu bewachen.
2. Kano Tan’yu und der „Brunnen des Tan’yu“
Der jinja ist auch dafür bekannt, dass er eine Bildtafel der „Sechsunddreißig unsterblichen Dichter“ beherbergt, gemalt von Kano Tan’yu, dem Hofmaler des Edo-Shogunats. Auf dem jinja-Gelände gibt es einen Ort namens „Brunnen des Tan’yu“, und es wird erzählt, dass Tan’yu das Wasser dieses Brunnens zum Malen seiner Bilder verwendete oder dass er diesen Brunnen bei seinen Besuchen an diesem Ort besonders schätzte.
3. Der Ursprung des Namens „Ouchi“
„Ouchi“ (gesprochen ‚oouchi‘ oder ‚ooji‘) ist der alte Name für den Niembaum (Chinaberry-Baum). Da früher viele Niembäume in diesem Tal wild wuchsen, wurde es „Oujidani“ (oder ‚Ouchidani‘) genannt. Ein Ortsname, der nach dieser Pflanze benannt ist, die auch im Kojiki und Manyoshu vorkommt, zeugt davon, dass dieser Ort seit alters her ein heiliges Tal war.
Anime-Pilgerreise: Der Schauplatz von „Free! -Eternal Summer-“
Der Oogaya jinja und der umliegende Oogaya Park sind auch als „heiliger Ort“ (seichi) des beliebten Schwimmanime „Free! -Eternal Summer-“ (zweite Staffel) bekannt.
In Episode 12 erscheinen sie in einer Szene, in der die Protagonisten Haruka Nanase und sein Rivale Rin Matsuoka durch die Straßen von Tottori spazieren, bevor sie nach Australien aufbrechen. Der lange, gepflasterte sando des jinja, das stimmungsvolle Zuishinmon (Tor der Begleiter) und die ruhige Parklandschaft sind originalgetreu dargestellt, weshalb viele Fans diesen Ort aufsuchen, um „die Aussicht zu erleben, die Haruka und Rin gesehen haben“. Besonders die von Bäumen gesäumten Treppen und die Reihe von Steinlaternen vermitteln genau die Atmosphäre einer Anime-Szene.
Sehenswürdigkeiten und Hintergrundgeschichten
Der „Omiya-Teich“ hinter dem jinja war einst eine wichtige Wasserquelle für die Burgstadt Tottori. Im Frühsommer verwandelt sich die Umgebung dieses Teichs in einen „berühmten Ort für Glühwürmchen“. Es ist landesweit ein seltener Ort, an dem drei Arten von Glühwürmchen gleichzeitig beobachtet werden können – Genji-Hotaru, Heike-Hotaru und Hime-Hotaru. Die Schwärme von Lichtern, die in der Dunkelheit der Nacht tanzen, sind ein Anblick, der wahrlich die Mystik eines heiligen Ortes (shin’iki) spüren lässt.
Darüber hinaus entging dieser jinja den Katastrophen wie dem Tottori-Erdbeben von 1943 und dem großen Tottori-Brand von 1952 auf wundersame Weise und bewahrt bis heute die wertvolle Architektur seines Gründungsjahres. Während Sie das „Aoi-mon“ (Wappen der Malve) suchen, das in die prächtige Gongen-zukuri-Halle geschnitzt ist, spüren Sie vielleicht die kraftvolle Energie, die die Stürme der Geschichte überstanden hat.
Weiterführende Links und Referenzen
