Grundlegende Informationen:
Name: Ibo-ni-imasu Amaterasu Jinja (粒坐天照神社).
Standort: 463 Hiyama, Tatsuno-chō, Tatsuno-shi, Präfektur Hyōgo.
Verehrte Gottheit (Haupt-kami): Amaterukunituruhikohuakari no Mikoto.
Schreinrang: Shikinaisha (Myōjin Taisha), ehemaliger Präfekturschrein (Kyū Kensha).
Im Herzen von Tatsuno-shi in der Präfektur Hyōgo, am Rande einer einst als „Kleines Kyoto von Harima“ bekannten Burgstadt, befindet sich ein alter Jinja mit einem ungewöhnlichen Namen: das Ibo-ni-imasu Amaterasu Jinja. Obwohl es von den Einheimischen liebevoll „Ryūza-san“ genannt wird, sind seine Geschichte und die Legenden, die sich hinter seinem Namen verbergen, erstaunlich geheimnisvoll.
Das Geheimnis des Ortsnamens, der mit einem „Reiskorn“ begann
Das größte Merkmal dieses Jinja ist zweifellos sein ungewöhnlicher Name „Tsubu“ (粒), was „Korn“ oder „Samen“ bedeutet und in diesem Zusammenhang auch als „Ibo“ gelesen wird. Eine großartige Legende, die mit der Identität dieser Region verbunden ist, rankt sich darum.
Der Überlieferung zufolge erschien am Neujahrstag des 2. Jahres der Herrschaft von Kaiserin Suiko (594 n. Chr.) vor Ifukube no Muraji Fujitahiko, dem damaligen Anführer dieser Region, ein hell leuchtender Knabe. Der Knabe stellte sich als „Bote von Amaterukunituruhikohuakari no Mikoto“ vor, überreichte Ifukube eine Handvoll „Reiskörner“ und verkündete:
„Wenn du diese anbaust, wird dieses Land für immer gedeihen.“
Als der Anführer die Samen pflanzte, entstanden über Nacht tausend Chō (Flächeneinheit) Reisfelder, und aus einem einzigen Korn entstand eine riesige Ernte, die zehntausendfach ertrug. Dieses Wunder des „Korns“ (Ibo) soll der Ursprung der Namen des heutigen Ibo-gun (Kreis Ibo), des Ibo-gawa (Fluss Ibo) und der berühmten Sōmen-Nudeln „Ibo no Ito“ sein. Es ist wahrlich ein heiliger Ort, der als Wurzel der Esskultur von Harima bezeichnet werden kann.
Das Rätsel des „Drachenbergs“ und der verschwundenen Schreinhalle
Der Berg, auf dem sich der Jinja befindet, wird Hiyama (Berg Hi) genannt, doch in alten Zeiten war er auch als Tenjin-yama (Berg Tenjin) bekannt. Da die Form dieses Berges einem hockenden Drachen ähnelte, wurde der Jinja auch als Ryūza Jinja (Drachensitz-Jinja) bezeichnet.
Doch dieser Jinja hat auch eine tragische Geschichte. Obwohl sie in der Heian-Zeit den höchsten Schreinrang als „Myōjin Taisha“ genoss, litt sie unter den Kriegen der Sengoku-Zeit und wiederholten Bränden, was dazu führte, dass die Schreinhalle einst vollständig zerstört wurde und die Rituale für eine Zeit lang unterbrochen waren. Die heutige Schreinhalle wurde in der Edo-Zeit von den Fürsten (Daimyō) von Tatsuno und den Anwohnern wiederaufgebaut. Es ist auch ein unbezwingbarer Kraftort, der schwierige Zeiten überstanden hat und bewahrt wurde.
Eine weitere Sonnengottheit, die sich im Namen „Amaterasu“ verbirgt
Wenn man „Amaterasu“ hört, denken viele an die Göttin des Ise Grand Jinja. Die hier verehrte Haupt-kami ist jedoch Amaterukunituruhikohuakari no Mikoto, eine männliche Gottheit, die als älterer Bruder von Tenson Ninigi no Mikoto gilt.
Tatsächlich ist dieser Kami der Vorfahre des Owari-Clans und ein Kami der Landwirtschaft, der das Sonnenlicht symbolisiert. Die Tatsache, dass hier ein Sonnengott einer anderen, sehr alten Linie als Amaterasu Ōmikami vom Ise Grand Jinja verehrt wird, ist ebenfalls eines der Geheimnisse, die das Herz von Geschichtsliebhabern und Jinja-Besuchern höherschlagen lassen.
Höhepunkte und interessante Fakten
Wenn man das Schreingelände betritt, fallen zuerst die vielen alten Ema (Votivtafeln) ins Auge, die in der Haiden (Gebetshalle) hängen. Darunter befinden sich sogar einige einzigartige, die „Tiger Mask“ darstellen. Dies zeigt die Herzlichkeit, mit der dieser alte Jinja von den Menschen in der Region geschätzt wird.
Auch die Schnitzereien der Honden (Haupthalle) sind beeindruckend. Die Drachenschnitzereien und feinen Verzierungen zeugen davon, dass sie mit dem Ansehen des damaligen Tatsuno-Han (Fürstentum Tatsuno) errichtet wurden. Da er auf einer Anhöhe liegt, bietet der Jinja einen Panoramablick auf die Burgstadt Tatsuno, und bei Sonnenuntergang kann man die wunderschöne Szenerie genießen, wenn die ganze Stadt in goldenes Licht getaucht ist.
Die Erinnerung an ein fruchtbares Land, das mit einem einzigen Reiskorn begann. Wenn Sie Tatsuno-shi besuchen, warum statten Sie diesem geheimnisvollen „Korn-Kami“ nicht einen Besuch ab, um Ihre Dankbarkeit für den Reichtum des täglichen Lebens auszudrücken?
Verwandte Links / Referenzen
