Der Schutzgott der „ersten Liebe“ am Ostausgang des Bahnhofs Sendai? Das Geheimnis des Nagakecho Shiogama Jinja im Stadtbezirk Miyagino

Grundlegende Informationen
– Name: Shiogama jinja (しおがまじんじゃ) Auch bekannt als: Nakakecho Shiogama jinja
– Standort: Miyagino-ku, Sendai-shi, Miyagi-ken, Tsutsujigaoka 2-chome 2-22
– Verehrter Kami: Shiotsuchi-no-oji-no-kami (しおつちおぢのかみ)
– Segnungen: Schutz während der Geburt, Verkehrssicherheit, Partnervermittlung, Erfüllung der ersten Liebe

Die besondere Geschichte eines „temporären Schreins“, hinterlassen vom Date-Clan
Das Shiogama jinja liegt versteckt im Stadtbezirk Miyagino-ku in Sendai, unweit des Ostausgangs des Bahnhofs Sendai. Tatsächlich handelt es sich hierbei um eine Bunshi (Zweigstelle) des berühmten Mutsu-koku Ichinomiya Shiogama jinja in der Stadt Shiogama.
Ihre Ursprünge reichen zurück bis in die Enpo-Ära der Edo-Zeit (um 1680). Damals, als Date Tsunamura, der vierte Herrscher des Sendai-Lehens, das Haupt-Shiogama jinja umfassend renovieren ließ, wurde hier vorübergehend ein „Karimiya“ (temporärer Schrein) errichtet, um den Kami während der Bauarbeiten zu beherbergen. Auch nach Abschluss der Renovierung wünschten die Einheimischen, dass der Kami nicht weichen möge, und so wurde ein Bunrei (geteilter Geist) hierhin umgesiedelt, was zur heutigen Form des Schreins führte.

Ein jinja an der „Straße der ersten Liebe“? Geheimnisse der Liebe und Hintergrundgeschichten
Das größte Merkmal dieses jinja ist der Name der Straße, an der es liegt. Ihr Name ist „Hatsukoi-dori“ (Straße der ersten Liebe).
Warum ist der jinja mit der „ersten Liebe“ verbunden? Der berühmte Schriftsteller der Meiji-Zeit, Shimazaki Toson, spielte dabei eine wichtige Rolle. Toson wohnte einst in der Pension „Miuraya“ ganz in der Nähe dieses jinja und verfasste dort seine berühmte Gedichtsammlung „Wakanashu“. Die Straße wurde nach einer Passage daraus, „Hatsukoi“, benannt.
Das Haupt-Shiogama jinja ist eigentlich als Kami für „sichere Geburt“ und „Seefahrtssicherheit“ bekannt. Doch aufgrund seiner Lage hat sich dieses Shiogama jinja im Miyagino-ku mit der Zeit zu einem Kraftort für die „Erfüllung der ersten Liebe“ und „Partnervermittlung“ entwickelt und zieht junge Gläubige an.

Die Legende vom „Salz“, gelehrt vom Boten der Kami
Der verehrte Kami, Shiotsuchi-no-oji-no-kami, erscheint im Kojiki und Nihon Shoki als „Kami der Führung“ und gilt auch als „Kami des Salzes“, der den Menschen die Salzsiederei beibrachte.
Die Legende besagt, dass dieser Kami vom Meer kam und den Menschen die Herstellung von Siedesalz lehrte. Im Haupt-Shiogama jinja wird noch heute das „Moshioyaki Shinji“, ein Shinto-Ritual zur Reproduktion alter Salzsiedeverfahren, durchgeführt. Auch in diesem jinja im Miyagino-ku ist die Kraft der „Führung“ lebendig. Unaufhörlich kommen Menschen, die an einem Scheideweg im Leben stehen, hierher, um für Führung auf dem richtigen Weg zu beten.

Informationen zur Pilgerreise: Als Schauplatz des Anime „Wake Up, Girls!“
Die Gegend um dieses jinja ist auch als Pilgerstätte für den Idol-Anime „Wake Up, Girls!“ (WUG) bekannt, der in Sendai spielt.
In der Serie befindet sich die Agentur, der die Protagonisten angehören, im Bereich des Ostausgangs des Bahnhofs Sendai, und die Stadtansicht rund um das jinja sowie die „Hatsukoi-dori“ treten häufig als Hintergrund in Erscheinung. Das zinnoberrote Torii, das plötzlich inmitten der urbanen Hochhäuser auftaucht, ist für Anime-Fans ein ikonischer Ort, der das „Sendai-Gefühl“ vermittelt.

Das Mysterium des Besuchs: Wo gibt es Goshuin?
Tatsächlich ist dieses jinja oft nicht besetzt, und man kann kein Goshuin direkt am Schrein erhalten.
Es ist jedoch noch zu früh, um aufzugeben und zu denken: „Ich habe den Schrein besucht, kann aber kein Goshuin bekommen…“ Es gibt nämlich eine „inoffizielle Regel“, dass man das Goshuin für dieses Nakakecho Shiogama jinja im etwas entfernten „Tsutsujigaoka Tenmangu“ erhalten kann. Es heißt, dass man durch den gemeinsamen Besuch beider jinja einen tieferen göttlichen Segen empfangen kann.

Zugehörige Links und Referenzen

Von ando