Der Osaki Hachiman-gu (Oosaki Hachimanguu) jinja befindet sich in Sendai, Präfektur Miyagi. Dieser jinja, der vom Begründer des Sendai-Clans, Date Masamune, erbaut wurde, ist als ein Meisterwerk prächtiger Momoyama-Architektur bekannt, dessen Haupthalle zum Nationalschatz erklärt wurde. Doch hinter seiner prunkvollen Fassade verbergen sich Geheimnisse eines großangelegten Stadtplans, den die Date-Familie entwickelt hat, sowie die Traditionen hitziger Feste, die die Winternächte erhellen.
Basisinformationen
Adresse: Aoba-ku Hachiman 4-6-1, Sendai, Präfektur Miyagi.
Haupt-kami: Ojin Tenno (Oujin Tennou), Chuai Tenno (Chuuai Tennou), Jingu Kogo (Jinguu Kougou).
Segnungen: Abwehr von Unglück, Vertreibung von Katastrophen und Anziehung von Glück, Sieg, sichere Geburt.
Kulturgüter: Haupthalle (honden), Ishi-no-ma (verbindender Korridor) und Gebetshalle (haiden) (Nationalschatz).
Date Masamunes „Sendai Hexagramm“-Barriere
Wer über den Osaki Hachiman-gu spricht, kommt nicht umhin, die Legende des „Rokubosei“ (Hexagramms) zu erwähnen, das sich durch die Stadt Sendai zieht.
Als Date Masamune die Burgstadt Sendai errichten ließ, platzierte er wichtige Shinto-Schreine und buddhistische Tempel zum Schutz der Burg. Wenn man auf einer Karte den Osaki Hachiman-gu, den Aoba jinja (ehemals Tosho-ji Tempel), den Sendai Toshogu, den Tsutsujigaoka Tenmangu, den Atago jinja und die Hauptburg des Sendai-jō mit Linien verbindet, erscheint ein prächtiges „Rokubosei“ (Hexagramm). Der Osaki Hachiman-gu ist ein wichtiger Stützpunkt, der die Verteidigung des Nordwestens (Inui) stärkt und als Teil einer „spirituellen Barriere“ basierend auf Feng Shui und Onmyodo (Weg von Yin und Yang) dient – eine berühmte Anekdote unter Mystery-Fans.
Die „Gedanken an Toyotomi“ im pechschwarzen Schreinbau
Die Haupthalle des Osaki Hachiman-gu ist die älteste erhaltene Gongen-zukuri (Gongen-Baustil) Struktur Japans. Sein Aussehen, ganz in schwarzem Lack gehalten und mit Blattgold und farbenprächtigen Schnitzereien verziert, ist wahrhaft prächtig und extravagant.
Tatsächlich wird gesagt, dass Masamune die Haupthalle nach dem Vorbild des Hokoku-byo (Mausoleum von Toyotomi Hideyoshi) in Kyoto erbauen ließ. Die am Bau beteiligten Handwerker waren Zimmerleute und Bildhauer, die vom Hause Toyotomi angestellt waren und damals über die besten Fähigkeiten verfügten. Der rebellische Geist von Date Masamune, der es wagte, einen Stil beizubehalten, der mit Toyotomi verbunden war, obwohl er unter der Herrschaft der Tokugawa lebte, und seine Hingabe an die Schönheit sind in dieser pechschwarzen Haupthalle verdichtet.
Das legendäre „Dontosai“-Fest und die Wurzeln des Hadaka Mairi
Spricht man von den winterlichen Traditionen Sendais, kommt man am „Matsutaki Matsuri“, auch bekannt als „Dontosai“, nicht vorbei, das am 14. Januar stattfindet. Dieses Fest, bei dem Neujahrsdekorationen verbrannt werden und die Gläubigen im göttlichen Feuer um Gesundheit und Wohlergehen für das ganze Jahr beten, gilt als einer der landesweiten Ursprungsorte des Dontosai.
Der besonders berühmte „Hadaka Mairi“ (Nacktwallfahrt) soll seinen Ursprung in der Edo-Zeit haben, als Toji (Sake-Braumeister) aus der Region Nanbu nach Sendai kamen und im strengen Winter pilgerten, um für die Sicherheit der Brauerei und das Gelingen des Sake zu beten. Ihr Anblick, wie sie mit einem „fukumigami“ (Stück Papier) im Mund, jedes private Gespräch verbietend und mit Glocken läutend gehen, ist eine heilige Zeremonie, die bis heute von den Bürgern Sendais weitergeführt wird.
Pilgerstätte: Schauplatz des Anime „Wake Up, Girls!“
Der Osaki Hachiman-gu ist auch als Pilgerstätte des Idol-Anime „Wake Up, Girls!“ (WUG) bekannt, der in Sendai spielt.
In der Serie erscheint der jinja in Szenen, in denen die Mitglieder für einen Hit beten oder den Hatsumode (erster Schreinbesuch im neuen Jahr) machen, was ihn zu einem unverzichtbaren Pilgerort für Fans macht. Es wurden auch handgeschriebene Ema (Gebetstafeln) ausgestellt, die von den Mitgliedern gestiftet wurden, und noch heute besuchen viele Anime-Fans diesen Ort als „heilige Stätte“ und folgen ihren Spuren. Der jinja erscheint auch als Marketing-Spot in Sendai im Spiel „THE IDOLM@STER 2“ und hat somit eine tiefe Verbindung zu Idol-Werken.
Hintergrundinformationen zum Besuch: Der Name stammt vom „Osaki-Klan“
Manche fragen sich vielleicht: „Warum Osaki, obwohl es in Sendai liegt?“ Tatsächlich begann die Geschichte dieses Hachiman-Schreins damit, dass der einflussreiche Daimyo Osaki aus der Muromachi-Zeit ihn, ursprünglich als Chinjufu Hachiman-gu in Oshu, Präfektur Iwate, stehend, in sein eigenes Territorium (heutiges Tajiri, Osaki-shi, Präfektur Miyagi) verlegte. Nach dem Untergang des Osaki-Klans und der Übernahme des Gebiets durch Date Masamune wurde der Schrein an seinen heutigen Standort in Sendai verlegt. Der Name trägt die Geschichte des Osaki-Klans, der einst die nördlichen Regionen beherrschte.
Der Osaki Hachiman-gu besticht nicht nur durch die Schönheit seines Nationalschatzes, sondern auch durch das Zusammentreffen von Masamunes Ambitionen, der Handwerkskunst der Meister und der modernen Anime-Kultur. Wenn Sie den Sando (Zugangsweg zum Schrein) entlanggehen, werden Sie sicherlich den Geist der „Dato-Kultur“ spüren können, die über 400 Jahre hinweg weitergegeben wurde.
Verwandte Links und Referenzen
