Basisinformationen
Das Kasuga Taisha jinja in Nara-shi, Präfektur Nara, wurde vor etwa 1300 Jahren, im Jahr 768 während der Nara-Zeit, gegründet. Es sollte dem Schutz der damaligen Hauptstadt Heijokyo und dem Wohlstand der Nation dienen. Es ist der Hauptschrein, oder sohonsha, von etwa 3000 Kasuga jinja Schreinen in ganz Japan und gehört zu den Kulturdenkmälern des UNESCO-Weltkulturerbes „Historische Stätten des alten Nara“. Der Schrein ist der Schutzgottheit des Klans, dem ujigami der Fujiwara, gewidmet. Seine leuchtend zinnoberroten Schreingebäude, shaden, und die heilige Atmosphäre, umgeben von einem Urwald, beeindrucken die Besucher tief.
Legende des göttlichen Boten „Weißer Hirsch“
Das Symbol des Kasuga Taisha ist zweifellos der Hirsch, und dahinter verbirgt sich eine große Legende. Es wird erzählt, dass bei der Gründung des Schreins Takemikazuchi no Mikoto, der im ersten Schreinbau verehrte kami (Gottheit), auf einem weißen Hirsch reitend vom Kashima Jingu in der Präfektur Ibaraki hierherkam. Aufgrund dieser Legende werden die Hirsche von Nara als „göttliche Boten“, shika, sorgfältig geschützt. Auch heute noch werden die Hirsche, die um den Nara-Park leben, als Nachkommen dieses Mythos hochgeschätzt.
Dreitausend Laternen und das Geheimnis vom „Reichtum über Nacht“
Auf dem Schreingelände, keidai, reihen sich etwa 3000 Laternen – 2000 Steinlaternen und 1000 Hängelaternen – die von der Heian-Zeit bis heute gestiftet wurden. Es heißt, dass kein anderer Schrein in Japan so viele Laternen besitzt. Tatsächlich gibt es aber auch die geheime Geschichte, dass man „über Nacht zum Millionär werden“ kann. Die Legende besagt, dass man zu Reichtum gelangt, wenn man innerhalb einer Nacht drei bestimmte Laternen findet, die mit „Kasuga Daimyojin“ beschriftet sind, inmitten der unzähligen Laternen auf dem weitläufigen Schreingelände. Es hat den Reiz einer Schatzsuche, doch das Schreingelände bei Nacht ist ein heiliges Gebiet, ein shin’iki. Es könnte ein besonderes Erlebnis sein, sie während der „Mandōrō“, den Zehntausend-Laternen-Festen zu Setsubun oder Obon, im fantastischen Licht zu suchen.
„Shōsōin der Heian-Zeit“ und die Entdeckung im Dachboden
Das Kasuga Taisha beherbergt rund 3000 Nationalschätze und wichtige Kulturgüter und wird daher auch als „Shōsōin der Heian-Zeit“ bezeichnet. Erstaunlicherweise schlummern hier noch viele Geheimnisse, wie jüngste Untersuchungen zeigten, bei denen Heian-zeitliche Schwerter auf dem Dachboden des Schatzhauses entdeckt wurden. Darüber hinaus wird der „Shikinen Zōtai“, der rituelle Neubau der Schreingebäude alle 20 Jahre, seit über 1200 Jahren parallel zum Ise Jingu fortgesetzt und bewahrt so stets seine reine Kraft.
Der stärkste Ort für Liebesglück „Meoto Daikokusha“
Das Meoto Daikokusha, südlich auf dem Schreingelände gelegen, ist der einzige jinja in Japan, der die Ehe-kami (Gottheiten) Ōkuninushi no Mikoto und Suserihime no Mikoto verehrt. Es ist bekannt als der stärkste Kraftort für Liebesglück und eheliche Harmonie. Die herzförmigen Ema (Votivtafeln) und das „Mizu-uranaï“ (Wasser-Wahrsagung), bei dem Zeichen erscheinen, wenn man sie ins Wasser taucht, erfreuen sich bei weiblichen Besuchern größter Beliebtheit.
Informationen zur Anime-Pilgerreise
Das Kasuga Taisha und das umliegende Nara-Park-Gebiet dienten als Kulisse und Vorlage für zahlreiche Anime-Werke. Zum Beispiel erscheint es in „Fruits Basket“ in Szenen, in denen die Protagonistin Tohru und ihre Klassenkameraden auf einer Klassenfahrt zu Besuch sind, wobei die zinnoberroten Korridore und das Spiel mit den Hirschen dargestellt werden. „Shikanoko Nokonoko Nokokoshitantan“, ein viel diskutiertes Werk aus dem Jahr 2024, zeigt in seinem Abspann Landschaften um den Nara-Park und das Kasuga Taisha, gemischt mit Realaufnahmen, und strahlt dabei eine wahre Präsenz als „Hirsch-Heiligtum“ aus. „Beyond the Boundary“ wiederum verwendet Nara-shi als Hauptvorlage, wobei der Zugangsweg zum Kasuga Taisha und die umliegende Landschaft in der werktypischen fantastischen Atmosphäre dargestellt werden.
Das Kasuga Taisha ist ein Ort, an dem sich Geschichte, Legenden und moderne Popkultur überschneiden. Treten Sie ein, und Sie werden die Kraft dieses „heiligen Gebiets“, shin’iki, das über 1300 Jahre bewahrt wurde, hautnah spüren können.
Verwandte Links / Referenzen
