Mysterien und Legenden von „Ikutamasama“, Osakas ältester heiliger Stätte: Was ist die Macht des Ikukunitama jinja, die Toyotomi Hideyoshi angeblich fürchtete?

Basisinformationen

Name: Ikukunitama jinja (生国魂神社)
Allgemeiner Name: Ikutama-san, Naniwa-no-ooyashiro (難波大社)
Standort: 13-9 Ikutamacho, Tennoji-ku, Osaka-shi, Osaka-fu
Hauptverehrte Kami: Ikushima-no-Okami (生島大神), Tarushima-no-Okami (足島大神)
Zugang: Etwa 3 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Tanimachi 9-chome der Osaka Metro Tanimachi Line.

2700 Jahre Geschichte und das Mysterium um Osaka Castle

Die Geschichte des Ikukunitama jinja reicht Überlieferungen zufolge bis in die Zeit des ersten Kaisers Jinmu zurück. Überraschend ist sein einstiger Standort. Tatsächlich befand es sich ursprünglich an der Stelle des heutigen Osaka Castle.

Im Jahr Tensho 11 (1583), als Toyotomi Hideyoshi Osaka Castle erbaute, verlegte er das jinja an seinen heutigen Ort. Dies geschah entweder, weil er die immense göttliche Kraft des jinja fürchtete, oder weil er es als Beschützer der Burg in der Nähe haben wollte. Es gibt jedoch immer noch die Theorie, dass das Gelände von Osaka Castle der ursprüngliche heilige Bereich (shin-iki) war. Beim jährlich stattfindenden Ikukunitama Matsuri findet daher eine „togyo“ (göttliche Prozession) statt, bei der die kami zu ihrem einstigen Standort, dem Osaka Castle, zurückkehren.

Japans einziger Architekturstil: Ikutama-zukuri

Wenn Sie die Haupthalle (honden) besuchen, achten Sie unbedingt auf ihr Dach. Die Haupthalle des Ikukunitama jinja ist im einzigartigen Stil des „Ikutama-zukuri“ erbaut, der in Japan einzigartig ist.

Seine prächtige Erscheinung, mit einem Dach im nagare-zukuri Stil, das drei Giebel übereinander aufweist – einen chidori hafu, einen sugari karahafu und einen weiteren chidori hafu – vermittelt die Pracht der Momoyama-Kultur bis heute. Obwohl das heutige Gebäude ein nach dem Krieg wiederaufgebauter Betonbau ist, strahlt seine besondere Form eine einzigartige Präsenz aus.

Shigino jinja, geliebt von Yodo-dono, und Gerüchte über das Lösen von Bindungen

Unter den Nebenschreinen (massha) auf dem Gelände ist das Shigino jinja (鴫野神社) besonders bei weiblichen Besuchern beliebt.

Dieses jinja soll von Yodo-dono, einer Konkubine von Toyotomi Hideyoshi, intensiv verehrt worden sein und befand sich ursprünglich auf der Ostseite von Osaka Castle. Nach dem Selbstmord von Yodo-dono wurde ihr Geist hier verehrt, weshalb es auch „Yodohime-sha“ genannt wird.

Hintergrund und Segen: Während es als kami für den „Schutz der Frauen“ bekannt ist, gilt es auch als kraftvoller Power Spot für das „Lösen schlechter Bindungen“ (en-kiri) und das „Knüpfen guter Beziehungen“ (en-musubi). Unzählige Menschen opfern ema (Votivtafeln) mit ihren Wünschen, um unglückliche Verbindungen zu trennen und glückliche anzuziehen. Direkt neben dem jinja befindet sich zudem ein Beratungsbüro namens „Gakeppuchi Uranai“ (Klippenrand-Wahrsagung). Hier suchen Menschen, die an einem Scheideweg in ihrem Leben stehen, Hilfe, was eine leicht mysteriöse Atmosphäre erzeugt.

Heiliger Ort des Kamigata Rakugo und der Anime „Showa Genroku Rakugo Shinju“

Das Ikukunitama jinja ist tatsächlich auch der „Geburtsort des Kamigata Rakugo“. Es begann in der Edo-Zeit, als eine Person namens Yonezawa Hachiya auf dem Schreingelände „karukuchi“ (eine Vorform des rakugo) darbot und damit große Popularität erlangte.

Informationen für Pilger: Für Fans des beliebten rakugo-basierten Anime „Showa Genroku Rakugo Shinju“ ist dies eine unverzichtbare Pilgerstätte. Auf dem Gelände befindet sich ein Denkmal für „Yonezawa Hachiya, den Begründer des Kamigata Rakugo“, und jedes Jahr im September findet das „Hachiya Matsuri“ statt, bei dem sich Rakugo-Künstler versammeln. Viele Fans besuchen diesen Ort, um die im Anime dargestellte Welt des Rakugo und die Leidenschaft der Rakugo-Künstler, die sich künstlerisches Wachstum wünschen, zu erleben.

Ein Ort, an dem sich darstellende Künste und Literatur kreuzen

Neben dem Rakugo erscheint es auch als Schauplatz für „Sonezaki Shinju“ und „Ikutama Shinju“ von Chikamatsu Monzaemon, einem Meister des ningyo joruri (bunraku Puppentheaters). Auf dem Gelände befindet sich auch ein „Joruri jinja“, in dem Chikamatsu Monzaemon und andere Persönlichkeiten des Bunraku verehrt werden.

Das Ikukunitama jinja, wo die Geschichte Osakas, die Absichten der Mächtigen und die volkstümliche Unterhaltungskultur auf komplexe Weise miteinander verwoben sind. Wenn man einen Schritt hineinwagt, fließt eine tiefe und bedeutungsvolle Zeit, als würde man den Lärm der Stadt vergessen.

Referenzen

Von ando