Tausend Jahre Geschichte und das Geheimnis des „Irazu no Mori“ — Die Tiefen des Katsushika Hachimangu in Ichikawa, Präfektur Chiba, erkunden

In Ichikawa, Präfektur Chiba, unweit des sich entwickelnden Hon-Yawata Bahnhofs, breitet sich ein friedlicher Ort aus, der die Hektik der Großstadt vergessen lässt. Das ist das Katsushika Hachiman-gu, bekannt als der Sochinju (Oberster Schutzschrein) der Provinz Shimousa. Dieses alte jinja, das bis in die Heian-Zeit zurückreicht, birgt eine geheimnisvolle Anziehungskraft, die nicht nur Geschichtsfans, sondern auch Mystery-Liebhaber und Anime-Enthusiasten begeistert.

Basisinformationen

Standort: 4-2-1 Yawata, Ichikawa-shi, Präfektur Chiba
Verehrte kami: Homudawake no Mikoto (Kaiser Ojin), Okinagatarashihime no Mikoto (Kaiserin Jingu), Tamayori-hime no Mikoto
Gründung: In der Kanpyo-Ära (889-898) wurde auf kaiserlichen Wunsch von Kaiser Uda ein kami (Gottheit) vom Iwashimizu Hachimangu in Kyoto hierher übertragen.

1. Das Geheimnis von „Yawata no Yabushirazu“ – Betreten streng verboten

Wenn man über das Katsushika Hachiman-gu spricht, darf man „Yawata no Yabushirazu“ (wörtlich: „Das Yawata-Gebüsch, aus dem man nicht herausfindet“) nicht unerwähnt lassen, das sich direkt neben dem jinja (entlang der Nationalstraße 14) befindet.

Dies ist ein alter verbotener Ort (kinsokuchi), von dem die Legende besagt: „Wer einmal hineingeht, kommt nie wieder heraus.“ Obwohl es sich nur um einen kleinen Bambushain von etwa 18 Quadratmetern handelt, ist er noch immer umzäunt und das Betreten ist strengstens untersagt.

[Mysteriöses & Hintergrundgeschichten]

Die Legende von Mito Komon: Es wird erzählt, dass Tokugawa Mitsukuni (Mito Komon) einst, als er sagte: „So ein Unsinn kann nicht stimmen“, das Gebüsch betrat. Daraufhin erschien ein weißhaariger alter Mann, der ihn tadelte: „Was fällt dir ein, das Verbot zu brechen!“, woraufhin Mitsukuni nur mit Mühe entkommen konnte.
Verschiedene Theorien zum Ursprung: Es gibt verschiedene Theorien, warum man den Ort nicht betreten sollte, darunter, dass es sich um den Standort eines Heerlagers von Yamato Takeru, die Grabstätte eines Gefolgsleute von Taira no Masakado oder den ehemaligen Standort des Katsushika Hachiman-gu handelt. Die Wahrheit, warum „man nicht hineingehen darf“, ist bis heute von Geheimnissen umhüllt.

2. Der 1200 Jahre alte „Senbon Ichō“, Heimat weißer Schlangen

Der heilige Baum (goshimboku) „Senbon Ichō“ (Tausend-Stamm-Ginkgo), der imposant auf dem Gelände steht, ist ein überwältigender Riese, der zum nationalen Naturdenkmal erklärt wurde.

Sein Anblick, bei dem viele Stämme eng beieinander wachsen und einen einzigen riesigen Baum bilden, ist ein Symbol purer Lebenskraft. Seine Erscheinung wurde bereits im geografischen Werk „Edo Meisho Zue“ aus der Edo-Zeit abgebildet.

[Legenden und Anekdoten]

Sichtungen weißer Schlangen: Es wird seit alters her gesagt, dass in diesem Ginkgobaum weiße Schlangen leben. Eine Legende besagt, dass jene, die eine solche Schlange sehen, mit „Glück“ und „Reichtum“ gesegnet werden.
Glaube zur Kindererziehung: Es gab die Überlieferung, dass das Abkratzen der brustförmigen Knollen am Stamm, deren Aufkochen und Trinken die Milchproduktion fördern würde. Dies zog seit alter Zeit den Glauben vieler Mütter an (Hinweis: Aufgrund des Schutzes ist das Abkratzen derzeit nicht erlaubt).

3. Der von Kriegsherren geliebte kami des Sieges

Viele Besucher dieses jinja, dessen Name Katsushika Hachiman-gu oft als „Katsu shika (nai) Hachiman“ interpretiert wird, was „Hachiman, der nur siegen kann“ bedeutet, betreiben hier Glücksbringer-Rituale. Das jinja wurde von vielen Kriegsherren über die Generationen hinweg tief verehrt.

Taira no Masakado: Es gibt die Legende, dass er Kagura (heilige Shinto-Musik und -Tanz) darbrachte, um für den Sieg im Kampf zu beten.
Minamoto no Yoritomo: Er ließ das Hauptgebäude (shaden) des Schreins renovieren, und der „Komadome no Ishi“ (Pferdehaltstein), an dem er sein Pferd persönlich angehalten haben soll, befindet sich noch heute auf dem Gelände.
Tokugawa Ieyasu: Er stiftete unter anderem 52 Koku Shuinchi (Land mit rotem Siegel) und zeigte damit, wie wichtig das jinja für das Edo-Shogunat war.

4. Anime-Pilgerreise: Als Schauplatz von „OreGairu“

Das Katsushika Hachiman-gu ist auch als „heiliger Ort“ (seichi) des beliebten Anime „Meine Jugendromanze ist falsch, wie ich es erwartet hatte.“ (OreGairu) bekannt.

[Pilgerpunkte für Fans]

Hatsumode-Szene: In Episode 10 der zweiten Staffel (Zoku) und anderen Episoden dient es als Vorbild für die Szene, in der die drei Protagonisten Hachiman Hikigaya, Yukino Yukinoshita und Yui Yuigahama das jinja für Hatsumode (den ersten Schreinbesuch im neuen Jahr) besuchen.
Ursprung des Namens: Unter den Fans wird gemunkelt, dass der Name des Protagonisten, „Hachiman“, selbst mit diesem Ortsnamen oder dem jinja in Verbindung stehen könnte. Es gibt unzählige Fans, die das Zuijinmon-Tor und die Haupthalle (honden) in der gleichen Perspektive wie im Anime fotografieren.

5. Saisonales Ereignis: Der „Boro-ichi“

Während des jährlichen Reitaisai (großes Festival), das vom 15. bis 20. September stattfindet, wird der sogenannte „Boro-ichi“ (Markt für landwirtschaftliche Geräte) abgehalten. Einst galt er als einer der drei größten Märkte für landwirtschaftliche Geräte in der Kanto-Region, und auch heute noch säumen zahlreiche Stände die Straßen und locken viele Einheimische an.

Anreise

Etwa 10 Gehminuten vom Bahnhof Hon-Yawata (JR Sobu Line, Toei Shinjuku Line)
Etwa 5 Gehminuten vom Bahnhof Keisei Hachiman (Keisei Line)

Mitten in der Stadt gelegen, doch sobald man das Katsushika Hachiman-gu betritt, umgibt einen die Atmosphäre von vor tausend Jahren, zusammen mit ungelösten Rätseln.

Zittern Sie vor dem Geheimnis des „Yabushirazu“ und lassen Sie sich vom goldenen „Senbon Ichō“ verzaubern… Wie wäre es mit einem solchen mysteriösen Spaziergang?

Weiterführende Links und Referenzen

Von ando