Taga Taisha in Taga-cho, Präfektur Shiga. Dieses Grand Jinja, das seit langem liebevoll „Otaga-san“ genannt wird und die höchste Besucherzahl in der Präfektur aufweist, birgt unzählige überraschende Geschichten, die man nicht in Lehrbüchern findet, und unerwartete Ursprünge, die in unserem Alltag verborgen liegen.
Als Jinja- und Tempel-Reiseblogger erkläre ich Ihnen heute die tiefen Reize des Taga Taisha.
Grundinformationen
Haupt-Kami: Izanagi Omikami, Izanami Omikami
Wohltaten: Langes Leben, Glück in der Liebe/Heirat, Schutz vor Unglück
Standort: 604 Taga, Taga-cho, Inukami-gun, Präfektur Shiga
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1. Der überraschende Status als „Eltern des Ise-san“
Wenn man über Taga Taisha spricht, ist die tiefe Verbindung zum Ise Jingu unerlässlich.
Ein beliebtes Volkslied aus der Edo-Zeit enthält folgende Zeile:
„Wer Ise besucht, sollte auch Otaga besuchen, denn Ise ist das Kind von Otaga.“
Amaterasu Omikami, der Haupt-Kami des Ise Jingu, ist das „Kind“ von Izanagi und Izanami, den Haupt-Kami des Taga Taisha. Das bedeutet, Taga Taisha ist der Ort, an dem die „Eltern der Kami“ verehrt werden. Es wurde als unvollständig angesehen, nur das Kind (Ise) zu besuchen und die Eltern zu vernachlässigen. Dieser Glaube an die „Eltern-Kind-Pilgerreise“ zieht viele Besucher aus dem ganzen Land an.
2. Liegt der Ursprung von „Otamajakushi“ im Taga Taisha!?
Das Kochwerkzeug „Otama“ (Schöpflöffel) und Kaulquappen, die auf Japanisch „Otamajakushi“ genannt werden. Es gibt eine starke Theorie, dass ihr Ursprung tatsächlich im Taga Taisha liegt.
Es gibt eine Legende, dass in der Nara-Zeit, als Kaiserin Gensho erkrankte, ein Shinto-Priester des Taga Taisha gekochten Reis mit einem aus „shide-no-ki“ (Hornbeameiche) gefertigten Schöpflöffel (shakushi) darbrachte, woraufhin die Kaiserin sofort genas.
Dieser glückverheißende Schöpflöffel wurde als „Otaga-shakushi“ bekannt, was sich später zu „Otamajakushi“ entwickelte. Es wird auch gesagt, dass Kaulquappen „Otamajakushi“ genannt werden, weil ihre Form diesem Schöpflöffel ähnelt.
3. Das Mysterium des „Jumyo-ishi“, der das Leben um 20 Jahre verlängerte
Im Schreingelände befindet sich der „Jumyo-ishi“ (Lebensdauer-Stein), der eine wundersame Legende über den Mönch Chogen aus der Kamakura-Zeit birgt.
Als Chogen mit dem großen Projekt des Wiederaufbaus des Todai-ji Tempels betraut wurde, war er bereits 61 Jahre alt. Aus Angst, dass sein Leben zu Ende gehen würde, betete er im Ise Jingu. Daraufhin erschien ihm Amaterasu Omikami im Traum und sagte: „Wenn du dein Leben verlängern möchtest, gehe nach Taga.“
Als Chogen das Taga Taisha besuchte, fiel ihm ein Eichenblatt mit Insektenfraßspuren vor die Füße. Bei genauerer Betrachtung ähnelten die Spuren dem Zeichen „En“ (莚). Dies wurde als eine Kombination der Zeichen für „20“ (廿) und „verlängern“ (延) interpretiert, und es heißt, er erhielt tatsächlich 20 Jahre Lebensverlängerung und vollendete den Todai-ji.
Auch heute noch beten Menschen unaufhörlich vor diesem Stein für ein langes Leben.
4. Toyotomi Hideyoshis tiefer Glaube und die „Taiko-bashi“
Auch Toyotomi Hideyoshi, der Eroberer der Sengoku-Zeit, war ein tief gläubiger Anhänger des Taga Taisha.
Hideyoshi betete ernsthaft für die Genesung seiner Mutter Omandokoro und schickte ein eindringliches Gebet, in dem er bat: „Verlängere ihr Leben um drei Jahre, wenn das nicht geht, dann um zwei Jahre, oder zumindest um 30 Tage“, und spendete zehntausend Koku Reis (eine traditionelle japanische Maßeinheit).
Die durch diese Spende errichtete steinerne Bogenbrücke am Eingang des Schreingeländes ist die „Taiko-bashi“. Sie ist bekannt für ihre sehr steile Steigung, und es heißt, dass das Überqueren der Brücke Unglück abwehrt.
5. Anime-Pilgerreise: Die Welt von „The Eccentric Family 2“
Taga Taisha ist auch als heiliger Ort für den beliebten Anime „The Eccentric Family 2“ bekannt.
In Episode 3, „Der Weg nach Europa“, und anderen Episoden besuchen die Hauptfiguren, darunter Yasaburo, das Taga Taisha. Im Anime werden die riesige „Otaga-shakushi“-Statue, ein Symbol des Taga Taisha, und die wunderschönen Schreingebäude eindrucksvoll nachgebildet.
Die fantastische Welt, in der Tanuki (Marderhunde) herumlaufen, und die Atmosphäre des historischen Grand Jinja passen perfekt zusammen – ein Anblick, der nicht nur Fans zum Besuch einlädt.
6. Die Geschichte hinter der lokalen Spezialität „Itokiri-mochi“
Nach dem Besuch ist ein „Itokiri-mochi“, das in der Altstadt vor dem Jinja verkauft wird, unverzichtbar.
Dieses süße Mochi mit drei blauen und roten Linien auf weißem Grund hat seinen Ursprung tatsächlich in den „mongolischen Invasionen“ (Genko).
Es begann damit, dass Menschen, die den Frieden wünschten, Mochi, das den Flaggen der mongolischen Armee nachempfunden war, mit einer Bogensehne (Faden/Schnur) schnitten und es den Kami darbrachten. Durch das Schneiden mit einem Faden statt eines Messers ist die Bedeutung „das Böse abschneiden“ enthalten.
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Taga Taisha ist nicht nur ein gewöhnlicher Kraftort, sondern ein Ort von großer Dichte, an dem sich die Ursprünge von Wörtern, historische Wendepunkte und sogar moderne Anime-Kultur überschneiden.
Wenn Sie Shiga besuchen, vergessen Sie auf keinen Fall, den „Eltern-Kami“ Ihre Aufwartung zu machen!
Weiterführende Links und Referenzen
