Der Yahagi jinja (Schrein), gelegen in Okazaki City, Präfektur Aichi, mag auf den ersten Blick wie ein ruhiger Stadtschrein erscheinen. Doch tatsächlich ist er ein Kraftort, an dem eine vielschichtige Geschichte und Geheimnisse ruhen, die von Helden der japanischen Mythologie über Krieger der Nambokucho-Zeit bis hin zur modernen Marine reichen. In diesem Artikel stellen wir Ihnen eine Reihe faszinierender Episoden vor, die mit diesem jinja verbunden sind.
Grundlegende Informationen
Standort: Hoshuan 1, Yahagicho, Okazaki City, Präfektur Aichi
Haupt-kami: Susanoo-no-mikoto
Weitere verehrte kami: Toyouke-no-Okami, Ukemochi-no-kami
Gründung: Angeblich im 45. Jahr der Regierungszeit von Kaiser Keiko (um 315 n. Chr.)
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1. Der Ursprung des Namens „Yahagi“: Eine verwandelte Schmetterlings-Botin brachte Bambus?
Der Name „Yahagi“, der sowohl den jinja als auch den Ort und den Fluss bezeichnet, lässt sich auf die Legende von Yamato Takeru-no-mikotos Ostfeldzug zurückführen.
Als Yamato Takeru-no-mikoto diese Gegend besuchte, wurde er gebeten, Banditen zu besiegen. Er befahl seiner Armee, Pfeile herzustellen, doch der benötigte hochwertige Bambus wuchs auf einer Sandbank im schnell fließenden Yahagi-Fluss und konnte von niemandem erreicht werden.
Zu diesem Zeitpunkt, so besagt eine geheimnisvolle Legende, erschien ein Schmetterling, verwandelte sich in einen Menschen, schnitt den Bambus von der Sandbank und brachte ihn herbei. Es heißt, dass der Name „Yahagi“ (矢作 – wörtlich „Pfeilherstellung“ oder „Pfeile befiedern“) entstand, weil mit diesem Bambus über Nacht 10.000 Pfeile hergestellt (befiedert) wurden. Auf dem Schreingelände wachsen noch heute „Yatake“ (Pfeilbambus) in Büscheln, die als Nachkommen dieses legendären Bambus gelten.
2. Das Geheimnis des „Unariishi“, der den Sieg verkündet
Südwestlich der Haiden (Gebetshalle) ist ein großer, von einem Zaun umgebener Stein verehrt. Dies ist der „Unariishi“ (der brummende Stein), der mit Nitta Yoshisada verbunden ist.
Im Jahr 1335, als Nitta Yoshisada sich in eine Schlacht gegen Ashikaga Takauji begab, betete er in diesem jinja um den Sieg. Plötzlich, so wird erzählt, begann dieser Stein „buun“ zu brummen und zu zittern. Yoshisada war überzeugt, dass dies „göttlicher Schutz“ sei, spornte seine Truppen an und errang einen glänzenden Sieg.
Dieser Stein wird bis heute sorgfältig aufbewahrt. Wenn Sie ihn vor einem wichtigen Wettkampf oder einer Herausforderung besuchen, könnte er Ihnen seine Kraft leihen.
3. Die Verbindung zur Leichten Kreuzer „Yahagi“ und die „Heilige Pilgerreise“
Der Yahagi jinja spielt auch in der modernen Geschichte eine wichtige Rolle. Der Schiffsschrein des Leichten Kreuzers „Yahagi“, der einst zur Kaiserlich Japanischen Marine gehörte, beherbergte einen Bunrei (geteilten Geist) dieses Yahagi jinja.
In der Taisho-Zeit besuchten der Kapitän und die Besatzung des ersten „Yahagi“ den jinja offiziell und weihten ein präzises Schiffsmodell im Maßstab 1:100. Dieses Modell wird bis heute sorgfältig im jinja aufbewahrt und ist ein unumgänglicher Ort für Geschichts- und Militärfans.
Informationen zur Heiligen Pilgerreise:
Für Fans des „Kanmusu“ (Schiffs-Mädchen) „Yahagi“, das im beliebten Spiel und Anime „Kantai Collection -KanColle-“ vorkommt, ist dieser jinja eine wichtige Pilgerstätte. Als Hauptschrein der Schiffsschreine ist er auch bekannt als „Wallfahrtsort der Admiräle“, wo Fans aus dem ganzen Land herkommen, um für die Sicherheit und das Glück der Charaktere zu beten.
4. Das über 300 Jahre alte Tradition Yahagi jinja Taisai (Großes Festival)
Das „Yahagi jinja Taisai“ (Großes Festival), das jedes Jahr im Oktober stattfindet, blickt auf eine rund 300-jährige Geschichte zurück. Zwei prächtige Dashi (Festwagen), die als materielle Volkskulturgüter der Stadt Okazaki eingestuft sind, werden durch die Straßen gezogen und die gesamte Region ist von Begeisterung erfüllt.
Traditionelle Ohayashi (Festmusik), die auf den Dashi dargeboten wird, sowie die historischen Schnitzereien sind ebenfalls Höhepunkte.
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Von den Mythen Yamato Takeru-no-mikotos über die Wunder Nitta Yoshisadas bis hin zur modernen Subkultur – der Yahagi jinja ist ein Ort, der über die Zeiten hinweg die Wünsche vieler Menschen empfangen hat. Wenn Sie Okazaki besuchen, lauschen Sie unbedingt dem Geräusch des raschelnden Yatake (Pfeilbambus) und spüren Sie die lange Geschichte dieses Ortes.
