Das göttliche Orakel der 1000 Kastanienbäume und die Zukunftsvorhersage durch das ‚Okayu‘: Wir lüften das Geheimnis des Chiguri Hachimangu Schreins in Saga.

Chiguri Hachimangu jinja (gesprochen: Chiguri Hachimangu) befindet sich in Miyaki-machi, Miyaki-gun, Präfektur Saga. Dieser Schrein, der als einer der fünf großen Hachiman-Schreine Kyushus zählt und auch als Ichinomiya (Hauptschrein) der ehemaligen Provinz Hizen bekannt ist, zieht seit alters her die Gläubigen an. Doch hinter seiner langen Geschichte verbergen sich Wunder, die sich über Nacht ereigneten, und geheimnisvolle Rituale der Vorhersage, die bis heute fortbestehen.

Basisinformationen
* Standort: 1 Shirakabe, Miyaki-machi, Miyaki-gun, Präfektur Saga
* Verehrte Kami: Ōjin Tennō, Jingū Kōgō, Tamayorihime-no-mikoto
* Gründung: Jinki Gannen (724 n. Chr.)
* Wichtige Feste: Okayu Matsuri (Reisbreifest, 15. März), Gyoretsu Furyu (September)

Die Legende: Das Rätsel der „Tausend Kastanien“, die über Nacht sprießen
Der ungewöhnliche Name des Schreins, „Chiguri“, der „Tausend Kastanien“ bedeutet, ist mit einer wundersamen Legende verbunden.
Es war im Jahr Jinki Gannen, als Mibu no Muraji Masumaro, der damalige Verwalter des Landkreises Yabu, auf dem Berg Chiguriyama in dieser Gegend jagte. Er träumte von einem weißhaarigen alten Mann, der ihm befahl, hier den Hachiman-kami zu verehren.
Als er am nächsten Morgen den Berg aufsuchte, waren an einer Stelle, an der am Vortag noch nichts gewesen war, über Nacht tausend Kastanienbäume gewachsen. Eine weitere seltsame Überlieferung besagt, dass alle diese Kastanienbäume kopfüber wuchsen (Sakashige). Aus Ehrfurcht vor diesem göttlichen Wunder ließ Masumaro das Schreingebäude errichten, was den Anfang des Chiguri Hachimangu jinja markierte.

Das Mysterium: Die „Okayu Dameshi“, bei der Schimmel die Zukunft vorhersagt
Das wohl mysteriöseste und landesweit bekannteste Ritual des Chiguri Hachimangu jinja ist die „Okayu Dameshi“ (Reisbrei-Prophezeiung), die jedes Jahr im März stattfindet. Es handelt sich um ein sehr seltenes Wahrsageritual, das als wichtiges immaterielles Volkskulturgut Japans ausgewiesen ist.
1. Am 26. Februar wird in einem großen Kessel gekochter Reisbrei in vier Schalen geteilt und im Schreingebäude aufgestellt.
2. Er wird dann mehrere Wochen lang stehen gelassen, und am 15. März wird der Zustand des Schimmels auf seiner Oberfläche beobachtet.
3. Anhand der Farbe und des Wachstums des Schimmels werden die Ernteaussichten des Jahres sowie Katastrophen wie Erdbeben, Brände und starke Winde vorhergesagt.
Überraschend ist die hohe Trefferquote. Es wird gemunkelt, dass in der Vergangenheit große Naturkatastrophen und Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse korrekt vorhergesagt wurden. Daher verfolgen nicht nur Einheimische, sondern auch Menschen aus der Ferne gespannt die Ergebnisse. Diese „göttliche Offenbarung“, die wissenschaftlich nicht erklärbar ist, wird auch in der heutigen Zeit stillschweigend vollzogen.

Heilige Stätte: Als Schauplatz des Anime „Zombieland Saga“
Der Chiguri Hachimangu jinja ist auch als Pilgerstätte des beliebten Anime „Zombieland Saga Revenge (2. Staffel)“ bekannt, der in der Präfektur Saga spielt.
Im Rahmen der zweiten Folge, in der Nikaido Saki das Radioprogramm von „White Ryū“ hört und die strapaziösen Treppen hinaufeilt, um sich zu stärken, dienten die 146 Steinstufen des Schreins als Vorbild.
Die steilen Stufen sind, wenn man sie selbst erklimmt, ziemlich beeindruckend. Fans sollten vielleicht in Sakis Geist jeden Schritt bewusst gehen. Oben erwartet Sie ein atemberaubender Ausblick auf die Chikugo-Ebene.

Hintergrundinformationen: Die Steinmauern und der Nabeshima-Klan, die den Wandel der Zeiten miterlebten
In der Sengoku-Zeit wurde diese Region wiederholt von Kriegen heimgesucht. Insbesondere während der Konflikte zwischen dem Ryūzōji-Klan und dem Ōtomo-Klan wurde der Chiguri Hachimangu jinja auch als militärischer Stützpunkt genutzt.
Die heutigen prächtigen Schreingebäude und Steinmauern wurden in der Edo-Zeit vom Nabeshima-Klan, den Herren des Saga-han (Lehen), wiederaufgebaut und instand gehalten. Wenn man über das Gelände geht, spürt man nicht nur eine religiöse Einrichtung, sondern auch eine Festung, die dieses Land beschützt hat. Dies mag daran liegen, dass die Ehrfurcht dieser Samurai und das Gewicht der Geschichte hier eingeprägt sind.
Von der göttlichen Offenbarung der tausend Kastanien über die moderne Anime-Pilgerstätte bis hin zum Reisbrei-Ritual, das die Zukunft voraussagt – der Chiguri Hachimangu jinja ist zweifellos einer der führenden Kraftorte der Präfektur Saga, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufeinandertreffen.

Weiterführende Links und Referenzen
Keine Quellen verfügbar.

Von ando