In Koka City, Shiga Prefecture, inmitten des Satoyama, wo einst die Koga-ryu Ninja umherstreiften, befindet sich ein Jinja, das eine stille, aber kraftvolle Präsenz ausstrahlt. Dies ist das Hinoo Jinja (Hinoo). Auf den ersten Blick wirkt es wie ein ruhiger Dorfschrein, doch es birgt einen geheimnisvollen Reiz, in dem sich Drachengott-Legenden, Spuren von Ninja und sogar Schauplätze aus beliebten Anime-Serien überlagern.
Grundlegende Informationen:
Standort: 54 Ikeda, Konan-cho, Koka City, Präfektur Shiga
Verehrte Gottheit (Kami): Amatsuhikohikohononinigi no Mikoto
Hauptsegenswünsche: Schutz vor Feuer, Abwendung von Unglück, reiche Ernten
Kulturgüter: Haupthalle (von der Präfektur Shiga als materielles Kulturgut ausgewiesen), Ikeda no Otaue Matsuri (von der Stadt als immaterielles Volkskulturgut ausgewiesen)
Vom „Feuerschweif“ zum „Hinoki-Schweif“ – Die Erinnerung des Drachengottes an die Flammen:
Der Name dieses Jinja hat eine etwas Furcht erregende, aber mystische Herkunft. Laut Überlieferung des Schreins (shaden) erschien die verehrte Gottheit Ninigi no Mikoto einst, als sie zum nahegelegenen Teich „Takiike“ herabstieg, in den Wolken in der Gestalt eines Blauen Drachen.
Als dieser Drache seinen Schweif senkte, entwich ihm eine gewaltige „Flammenenergie“. Aus diesem Grund wurde das Jinja ursprünglich „Hinoo Daimyojin“ (Große strahlende Gottheit des Feuerschweifs) genannt. Doch vielleicht war dieser Name zu mächtig, denn im Dorf brachen häufig Brände aus. Die verzweifelten Dorfbewohner ersetzten daraufhin das Schriftzeichen für „Feuer“ (hi) durch das Schriftzeichen für „Hinoki-Zypresse“ (hi) und benannten das Jinja in „Hinoo Jinja“ um. Eine Legende besagt, dass die Brände daraufhin sofort aufhörten. Der Grund, warum es noch heute als „Kami für den Brandschutz“ tief verehrt wird, liegt in dieser Geschichte der Besänftigung der Flammen des Drachengottes.
Heimatbasis echter Ninja! Der Ujigami des Ikeda-Klans, einer der Koka Fünfundfünfzig Familien:
Koka ist als Ninja-Dorf bekannt, und Hinoo Jinja ist genau einer seiner zentralen Orte. Es diente als Ujigami, also die Schutzgottheit des Klans, des Ikeda-Klans, der zu den einflussreichen „Koka Gojusanka“ (Koka Fünfundfünfzig Familien) der Koka-shu zählte.
Während der Sengoku-Zeit sollen Kriegsherren wie Ikeda Nobuteru (Teruoki), die dieses Land regierten, in diesem Schrein Gebete dargebracht haben, wenn sie in den Krieg zogen oder den Zusammenhalt ihres Klans stärkten. Auf dem Schreingelände (keidai) sind Steinstufen aus dem ersten Jahr der Bunsho-Ära (1466) der Muromachi-Zeit erhalten geblieben. Der Gedanke, dass Koka-Samurai (Ninja) jener Zeit tatsächlich diese Stufen betraten, lässt einen das Gewicht der Geschichte hautnah spüren. Es ist heute auch als Bestandteil der Japan-Heritage-Stätte „Ninja-Dörfer Iga und Koka“ anerkannt.
Das Geheimnis des „Schwarzen Torii“, das einsam auf Reisfeldern steht:
Wenn Sie das Hinoo Jinja besuchen, sollten Sie unbedingt nach dem „schwarzen Torii“ Ausschau halten, das etwas abseits des Schreins, in einer ländlichen Gegend, ganz allein steht.
Ohne umliegende Schreingebäude ist der Anblick eines einzelnen Torii inmitten eines Reisfeldes äußerst mystisch, und Erstbesucher werden sich sicherlich fragen: „Warum steht es hier?“ Dies ist ein Überrest des einstigen Eingangs des Pilgerpfades (Sando), des Ichino-Torii (ersten Torii). Obwohl der Pilgerpfad durch die Flurbereinigung verschwunden ist, bewahrt nur das Torii die Erinnerung, dass „dies einst der Eingang zum heiligen Bezirk (shin’iki) war“.
Anime-Pilgerreise: Schauplätze aus „Love, Chunibyo & Other Delusions! Heart Throb“:
Für Anime-Fans ist das Hinoo Jinja auch ein besonderer Ort. In der beliebten Produktion „Love, Chunibyo & Other Delusions! Heart Throb (Staffel 2)“ von Kyoto Animation soll es eines der Modelle für den Schrein sein, in dem die wichtige Figur Shichimiya Satone wohnt.
Insbesondere das bereits erwähnte „schwarze Torii im Reisfeld“ und die Szenerie der ruhigen Steinstufen, die zum Jinja führen, passen perfekt zur etwas nostalgischen und mystischen Atmosphäre des Werkes. Dies hat es zu einem beliebten Ort für viele Fans gemacht, die eine „Seichi Junrei“ (Anime-Pilgerreise) unternehmen.
Zusammenfassung der Sehenswürdigkeiten bei einem Besuch:
1. Skulpturen der Haupthalle: Die 1707 wiederaufgebaute Haupthalle beeindruckt mit prächtigen, farbenfrohen Verzierungen und Schnitzereien von Tieren und Pflanzen.
2. Die ältesten Steinstufen: Die Steinstufen, die mit der Jahreszahl 1466 beschriftet sind, gehören zu den ältesten in der Präfektur Shiga.
3. Überreste von Shinbutsu-shugo: Es war einst mit dem benachbarten Hinooji Tempel verbunden. Im Anblick eines Jinja und eines Tempels, die nebeneinander stehen, kann man die Form des alten japanischen Glaubens erkennen.
Das Hinoo Jinja, das die Flammen des Drachengottes besänftigte, über die Einheit der Ninja wachte und heute als Anime-Kulisse geschätzt wird. Warum besuchen Sie es nicht, um die tiefe Geschichte und mysteriöse Kraft von Koka zu erleben?
