In der historischen Stadt Iwata in der Präfektur Shizuoka, wo einst die Provinzhauptstadt der Provinz Tōtōmi (Tōtōmi no Kuni) lag, befindet sich, still und doch mit unverkennbarer Würde thronend, der Awa no Kunitama Jinja.
Auf den ersten Blick wirkt das Schreingelände ruhig, doch tatsächlich ist dies ein äußerst angesehener Ort, bekannt als „Sōsha“ (Gesamtschrein), an dem man alle Kami der Provinz Tōtōmi auf einmal verehren kann. Dieses Mal stellen wir Ihnen die Mysterien vor, die sich in diesem Schrein verbergen, die Episode der seltenen „Komause“ (Komausagi) und seine Verbindung zu einem beliebten Anime.
Grundlegende Informationen
Standort: Shizuoka-ken, Iwata-shi, Mitsuke (Babacho) 2452-2
Hauptkami: Ōkuninushi no Mikoto
Schreinstatus: Sōsha der Provinz Tōtōmi, Shikinaisha, ehemaliger Präfekturschrein
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1. Das Mysterium des Namens „Awa“: Ein Kami vom Biwa-See?
Das Wort „Awa“ (Awaumi/Ōmi) im Namen des Schreins. Viele, die dies hören, denken vielleicht an „Ōmi“ in der Präfektur Shiga.
Tatsächlich gibt es eine geheimnisvolle Legende über die Geschichte dieses Schreins. Es gibt die Theorie, dass Ōkuninushi no Mikoto, der Hauptkami, einst vom Biwa-See in der Provinz Ōmi (heute Präfektur Shiga) an diesen Ort kam.
Andererseits gibt es den Hamana-See im Westen der Präfektur Shizuoka, der in alten Zeiten „Tōtsu Awaumi“ genannt wurde (dies ist der Ursprung des Namens „Tōtōmi“). Es wird auch gesagt, dass der Schrein „Awa no Kunitama“ genannt wurde, um die Seele dieses Ortes zu ehren, im Gegensatz zum „Chikatsu Awaumi“ (Biwa-See), was einen romantischen Namen darstellt, der die alte Verbindung zwischen Ost und West erahnen lässt.
2. Ein Wallfahrtsort für gute Beziehungen, begrüßt von „Komausagi“ statt Komainu
Vor dem Haiden des Awa no Kunitama Jinja werden die Besucher nicht von den üblichen Komainu (Wächterhunden) empfangen, sondern von niedlichen „Komause“ (Komausagi) – Wächterhasen.
Warum Hasen? Das liegt daran, dass der Hauptkami Ōkuninushi no Mikoto (Daikoku-sama) ist. Im Mythos „Der weiße Hase von Inaba“ half Ōkuninushi no Mikoto einem verletzten Hasen. Aufgrund dieser Verbindung werden Hasen hier als Boten der Kami verehrt.
Diese Komause sind nicht nur selten, sondern auch als Symbole für „gute Beziehungen“ beliebt. Es heißt, dass sanftes Streicheln Glück in der Liebe bringen kann.
3. Der „Sōsha“ als ultimativer Kraftort
In der Heian-Zeit waren die Kokushi (Statthalter, ähnlich einem Gouverneur), die von der Hauptstadt in die Provinzen entsandt wurden, verpflichtet, alle wichtigen Schreine in ihrem Zuständigkeitsbereich zu besuchen und ihren Respekt zu erweisen. Dies war jedoch eine mühsame Aufgabe in der ausgedehnten Provinz Tōtōmi.
Deshalb wurde in der Nähe der Provinzhauptstadt ein „Sōsha“ errichtet, in dem die Kami des gesamten Landes gemeinsam verehrt wurden. Dies war ein System mit hervorragender Zeiteffizienz („Taipa“, von Time Performance), das es ermöglichte, alle Kami mit einem einzigen Besuch zu verehren.
Das bedeutet, dass ein Besuch des Awa no Kunitama Jinja den gleichen Nutzen hat wie die Verehrung aller Kami in der gesamten Provinz Tōtōmi. Es ist wahrlich ein Ort, der den Namen „ultimativer Kraftort“ verdient.
4. Ein versteckter Ort für „Yuru Camp△“-Anime-Pilgerreisen
Die Gegend um Iwata-shi Mitsuke ist auch als Schauplatz des beliebten Camping-Animes „Yuru Camp△“ bekannt.
Der Mitsuke Tenjin Jinja (Yanahime Jinja), den die Hauptfigur Rin Shima in der zweiten Episode der zweiten Staffel besucht, liegt direkt neben dem Awa no Kunitama Jinja (in Gehdistanz).
Wenn Anime-Fans den Mitsuke Tenjin Jinja besuchen, um die Legende von „Shippei Tarō“ zu erleben, ist der Awa no Kunitama Jinja ein beliebter Halt, der in Kombination besucht wird. Die Landschaft, die die retro-westliche Architektur der angrenzenden „Kyū Mitsuke Gakkō“ (ehemalige Mitsuke Schule) und die traditionelle japanische Architektur des Schreins verbindet, ist eine unverzichtbare Route, um die historische Atmosphäre von Mitsuke-shuku, dem Schauplatz des Animes, zu erleben.
5. Tiefgreifende Verbindung zum nächtlichen Mysterium „Mitsuke Tenjin Hadaka Matsuri“
Das „Mitsuke Tenjin Hadaka Matsuri“ ist ein wichtiges immaterielles Volkskulturgut des Landes. Tatsächlich spielt der Awa no Kunitama Jinja im Höhepunkt dieses Festivals eine entscheidende Rolle.
Mitten in der Nacht zieht ein Mikoshi (tragbarer Schrein), der vom Mitsuke Tenjin Jinja auszieht, in einer Prozession (Togyo) durch die Dunkelheit zum Awa no Kunitama Jinja. An diesem Ort, dem Sōsha, findet eine mystische Zeremonie statt, bei der die Kami interagieren. Eine Tradition, die von einer Hitze und Stille durchdrungen ist, die man sich von der sonstigen Ruhe kaum vorstellen kann, lebt hier bis heute fort.
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Der Awa no Kunitama Jinja ist nicht nur für Geschichts- und Schreinliebhaber empfehlenswert, sondern auch für diejenigen, die sich von den niedlichen „Komause“ verzaubern lassen möchten, und für „Yuru Camp△“-Fans.
Erleben Sie zusammen mit der benachbarten Kyū Mitsuke Gakkō die tiefe Geschichte Tōtōmis hautnah.
